Ausweitung von Biodiversitäts-Ökosystemfunktionen auf reale Landschaften

 

Wissenschaftliche Bearbeitung durch:

Dr. Peter Manning

Dr. Gaëtane Le Provost

(Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Frankfurt/M)

Typischerweise konzentriert sich die Forschung zu Biodiversitäts-Ökosystem-Funktionen (BEF) auf Beziehungen zwischen Biodiversität und Ökosystemfunktionen in experimentellen Lebensgemeinschaften auf lokaler Ebene. Für die meisten Ökosystemfunktionen wird die Rolle räumlicher Biodiversitätsdynamik in  realen Landschaften hingegen selten berücksichtigt.

Gegenstand dieses Projekts ist der Test der Hypothese, dass die Ökosystemfunktionen einer Grünlandfläche eines bestimmten Intensitätsgrades höher sind, wenn die Fläche in eine Landschaft mit hoher Biodiversität eingebettet ist. Dies beruht auf zwei Mechanismen: (a) einer schnelleren Erholung der auf der Fläche vorkommenden Biodiversität nach Störungen (z.B. Mahd) als Folge von mehr Wiederbesiedlung und (b) dem Überfluss bzw. Eintrag von mobilen Ökosystem-Dienstleistern (z.B. Bestäubern) aus Umgebungen höherer Diversität. Diese Hypothesen werden getestet anhand der Synthese vorhandener Daten mit solchen aus neuen Biodiversitätserfassungen in den  Gebieten, die die Experimentalplots der Biodiversitäts-Exploratorien umgeben.

Die Effekte anderer Landschaftsmerkmale (z.B. Landschaftskonnektivität, umliegende Landnutzungsintensität sowie funktionale Zusammensetzung) werden ebenfalls untersucht. Die in den Tests dieser Hypothesen generierten Modelle werden anschließend zur Hochskalierung der Artenvielfalt Ökosystem-Beziehungen auf die Landschaftsskala verwendet werden; hierzu wird eine Kombination von geografischen Informationssystemen und statistischen Simulationen genutzt werden. Dies wird es uns ermöglichen, die Auswirkungen von Veränderungen in der räumlichen Konfiguration der Diversität und Landnutzungsintensität innerhalb der Landschaft abzuschätzen. Dies wiederum ermöglicht es uns, neue Managementstrategien zu identifizieren, welche die Multifunktionalität der Landschaft fördern sowie die Auswirkungen künftiger Managementänderungen auf der Landschaftsebene vorherzusagen, so z.B. der weiteren Intensivierung oder der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt.