Direkte und indirekte Effekte von Landnutzung auf Ameisengemeinschaften in Grasländern


Wissenschaftliche Bearbeitung durch:

Prof. Dr. Heike Feldhaar

Lisa Heuss

Michael Grevé

(Uni Bayreuth)

Hypothesen

1. Intensivere Landnutzung führt zu einer Verringerung der Diversität und Abundanz von Ameisen in Grasländern.

2. Ameisen könnten direkt negativ von Landnutzung beeinflusst werden, wie etwa durch die Zerstörung von oberirdischen Nesthügeln, die für Thermoregulation wichtig sind.

3. Ameisen könnten indirekt negativ beeinflusst werden durch Veränderung der quantitativen und qualitativen Nahrungsverfügbarkeit.

 

Ziele

Im Rahmen des Projektes AntAphid sollen die Gründe für Veränderungen von Diversität als auch die Abundanz von Ameisen in Grasländern in Abhängigkeit von Landnutzungsintentsität untersucht werden. Neben der Dokumentation der Artenvielfalt der Ameisen werden Köder-Experimente mit künstlicher Nahrung (unterschiedliche Protein zu Kohlenhydrat Verhältnisse) durchgeführt, um inter- und intraspezifische Unterschiede in der Nahrungspräferenz zu untersuchen. Wir gehen davon aus, dass die Ameisen jeweils die Nahrung bevorzugen, deren Inhaltsstoffe lokal begrenzt sind, d.h. wenn der Zugang zu Kohlenhydraten limitiert ist sollte eine Kohlenhydrat-reiche Nahrung bevorzugt werden. Zudem wird die Nahrungsnische der Ameisen mit Hilfe von stabilen Isotopen untersucht (Kooperation mit Prof. Gerhard Gebauer, Universität Bayreuth). Neben Ameisen werden auch potentielle Trophobionten, also Honigtau-produzierende Pflanzensaftsauger aufgenommen sowie Interaktionen zwischen Ameisen und Trophobionten, um eventuelle Änderungen in Nahrungsnetzen dokumentieren zu können.

Im Anschluss an die Bestimmung der Ameisenarten werden diese auf potentielle Unterschiede in ihren funktionellen Merkmalen (Körpergröße, Beinlänge, Nistgewohnheiten etc.) hin untersucht, um festzustellen, ob die in intensiver genutzten Flächen noch vorhandenen Ameisenarten hinsichtlich ihrer funktionellen Merkmale eine bestimmte Untergruppe ausmachen.

Die Freilandarbeit wird durch komplementäre Laborversuche mit ausgewählten Ameisenarten zu ihrer Nahrungsnische ergänzt.

 

Verknüpfungen mit anderen Projekten innerhalb der Biodiversitäts-Exploratorien

Generell kann die Abundanz und Artenvielfalt der Ameisen mit der anderer Arthropoden derselben Plots verglichen werden (Arthropoden I; W. Weisser, TU München und M. Gossner, Eidg. Forschungsanstalt WSL). Dies lässt Rückschlüsse auf potentielle Veränderungen in der Nahrungsverfügbarkeit zu.

Als Grundlinie für die Charakterisierung der Nahrungsnische mit stabilen Isotopen werden Daten des Projektes BioComp (N. Hölzel, T. Kleinebecker, Universität Münster) zu den stabilen Isotopen-Signaturen der Pflanzen in den Graslandplots herangezogen.

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