Landschaftsheterogenität und funktionelle Biodiversität

 

Wissenschaftliche Bearbeitung durch:

Dr. Catrin Westphal

Dr. David Perovic

Dr. Sagrario Gamez Virues

(Universität Göttingen)

 

Zusammenfassung

Populationsdynamik, Lebensgemeinschaften und biotische Interaktionen werden nicht nur auf der Ebene lokaler Habitate sondern durch verschiedene Prozesse auf größeren räumlichen Skalen beeinflusst. Mehrere Studien konnten zeigen, dass sich die Heterogenität von Landschaften auf die Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen, wie Bestäubung und biologische Schädlingskontrolle, auswirkt. Der Schwerpunkt vieler Studien lag dabei jedoch auf der Untersuchung der Effekte der strukturellen bzw. physischen Landschaftsheterogenität ohne die speziellen Habitatansprüche der untersuchten Arten zu berücksichtigen. Im Rahmen der Biodiversitäts-Exploratorien wird dieses Projekt die bislang wenig bekannten Effekte der funktionellen Heterogenität und Konnektivität von Landschaften auf die Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen untersuchen. Basierend auf hoch auflösenden Landnutzungskarten werden wir Karten erstellen, die die funktionelle Heterogenität der Landschaften abbilden. Diese Karten spiegeln dann die funktionelle Bedeutung verschiedener Landnutzungstypen, z.B. Nist- und/oder Nahrungshabitate, für zahlreiche Artengruppen bzw. funktionelle Gruppen wider. Wir untersuchen die Hypothese, dass die funktionelle Heterogenität eine bessere Vorhersage von Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen erlaubt als die strukturelle Heterogenität von Landschaften. Darüber hinaus werden wir die Auswirkungen von funktioneller Konnektivität auf die Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen analysieren. Der Fokus der Untersuchungen liegt auf den 150 Grünlandexperimentierplots. Wir werden die Effekte der Landschaftsheterogenität auf zahlreiche Taxa und funktionelle Gruppen und über mehrere räumliche Skalenebenen untersuchen. Es ist zu erwarten, dass wir generelle Muster der Effekte der Heterogenität und Konnektivität von Landschaften auf die Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen identifizieren. Basierend auf diesen Mustern können Naturschutzmaßnahmen zum Erhalt der Biodiversität und Ökosystemfunktionen für die drei Exploratorien und darüber hinaus abgeleitet werden.