Landnutzungseffekte auf Muster und Prozesse in Zersetzergemeinschaftem in Baumhöhlen


Wissenschaftliche Bearbeitung durch:

Prof. Dr. Jana Petermann

Anastasia Roberts

(Uni Salzburg)

Prof. Dr. Wolfgang Weisser

(TU München)

Dr. Martin Gossner

(Eidg. Forschungsanstalt WSL)

Hypothesen

(1)  Das Vorkommen und die Eigenschaften von Baumhöhlen werden stark durch das Waldmanagement bestimmt, v.a. über Veränderungen im Alter der Bäume, der Zusammensetzung  der Baumarten und der Baumarchitektur.

(2)  Die Eigenschaften der Baumhöhlen sind wiederum, zusammen mit dem Ressourceninput (der auch durch die Landnutzung beeinflusst wird), die Faktoren, die die Struktur der Baumhöhlen-Metagemeinschaften am stärksten bestimmen. Diese Faktoren können die erwarteten Unterschiede in den Gemeinschaften zwischen verschiedenen Waldmanagement-Typen erklären.

(3)  Die Nahrungsnetzstruktur im Sinne von trophischer Zusammensetzung und Biomasseverhältnissen zwischen Nahrungsgruppen unterscheiden sich zwischen Waldmanagement-Typen.

Baumhöhlen können sich durch verschiedenen Baumwuchsformen bilden, oder aber entstehen durch Schäden am Baum. In gemäßigten Breiten sind diese Höhlen oft nur zeitweise wassergefüllt, aber meist lang genug, um aquatisches Leben zu ermöglichen. Die Organismen, die diese aquatischen Habitate in Baumhöhlen besiedeln sind v.a. aquatische Insektenlarven – Fliegen, Mücken und Schwebfliegen. Die Artengemeinschaften in diesen “Phytotelmen” sind oft stark von Umweltfaktoren bestimmt, die “bottom-up” auf das Nahrungsnetz wirken. Es wird erwartet, dass unterschiedliches Waldmanagement den Input von Ressourcen (totes Pflanzenmaterial) in die Baumhöhlen beeinflusst, und damit die Gemeinschaftsstruktur verändern kann. Zusätzlich werden durch Landnutzungseingriffe natürliche Habitate zum Teil fragmentiert, was Verbreitungsprozesse von Organismen zwischen Baumhöhlen beeinträchtigen könnte.

Im MetacommuniTree Projekt wurden bis jetzt alle Baumhöhlen in 25 Plots pro Exploratorien-Gebiet kartiert. Die Eigenschaften der Baumhöhlen, Wirtsbaum und geographische Lage im Plot wurden aufgenommen. Von diesen Baumhöhlen wurden während der Kartierungsphase zwei in der Baumkrone und zwei in Bodennähe ausgewählt und ihre Gemeinschaften wurden beprobt. Unser Fokus liegt hier auf den aquatischen Insektengemeinschaften, wobei aber auch andere Gruppen berücksichtigt werden. Im nächsten Jahr werden die Besiedelungsprozesse von aquatischen Baumhöhlenhabitaten mit Hilfe von Experimenten mit künstlichen Baumhöhlen untersucht.

 

 

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