Auswirkungen gesteigerter Landnutzungsintensität auf die Biodiversität und Funktionen mikrobieller Eukaryonten und mikrobieller Nahrungsnetze im Grünland
Dieses Projekt basiert auf Metatranskriptomik-Daten des ehemaligen BE_CENSE-Projekts. Diese Daten liefern erstmals ein verzerrungsfreies Bild der gesamten Diversität der Mikro-Eukaryoten in den Böden aller Grasland-EP-Flächen der Biodiversitäts-Exploratorien.
Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf Protisten und nutzen traitbasierte Gemeinschaftsanalysen, um die vorhandene Artenvielfalt in Böden mit den Ökosystemfunktionen zu verknüpfen. Im Vergleich zu Methoden, die jeweils einzelne taxonomische Gruppen von Bakterien, Pilze, Protisten, Nematoden getrennt betrachten, kann ein solcher ganzheitlicher Ansatz neuartige Einblicke in die Auswirkungen der Landnutzungsintensität (LUI) auf die Interaktionen im Bodennahrungsnetz bieten. Dabei werden emergente Eigenschaften, die aus biotischen Interaktionen zwischen unterschiedlichen pro- und eukaryotischen Phyla resultieren, innerhalb einer umfassenden Biodiversitätsanalyse durch Metatranskriptomik erfasst.
- Die Intensität der Landnutzung verändert die Zusammensetzung, Funktionalität und Leustungsfähigkeit der Bodenorganismen
- Bodentyp ist eine zentrale strukturierende Kraft für die Bodengemeinschaften.
- Insbesondere Veränderungen in der Bodenstruktur definiert den bewohnbaren Porenraum für die Bodenorganismen.
- Protisten sind die Hauptkonsumenten von Pilzen im Bodennahrungsnetz, während räuberische Bakterien neben Protisten die Hauptkonsumenten von Bakterien im Bodennahrungsnetz sind.
Wir werden bioinformatische Werkzeuge einsetzen, um die Vielfalt der Eukaryoten aus Metatranskriptomik-Daten zu erfassen. Weiterhin werden wir die Auswirkungen verschiedener Bodentypen als Umweltfilter auf die Vielfalt und Funktion von Protistengemeinschaften untersuchen und analysieren wie der Porenraum im Boden – erfasst mittels Röntgen-Mikro-Computertomographie – die Vielfalt und Funktion mikrobieller Eukaryoten beeinflusst. Über Netzwerkanalysen werden wir mikrobielle Nahrungsketten erforschen und Muster der Interaktionen zwischen Arten identifizieren. Insbesondere wollen wir die Spezifität fungivorer Protisten, die relativen Anteile bacterivorer Protisten sowie die Assoziationen prädatorischer Bakterien und Pilze mit ihren potenziellen Beuteorganismen in den BE_CENSE-Daten analysieren.