Merkmale von Samen und Keimlingen und ihre Beziehung zur Diversität und Artenzusammensetzung von Grasländern mit unterschiedlicher Landnutzungsintensität

 

Wissenschaftliche Bearbeitung durch:

PD Dr. Christiane Roscher

Sarah Martin

(Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Leipzig)

Die Etablierung aus Samen ist ein wichtiger demographischer Prozess für die Lebensgeschichte von Pflanzen. Sie beeinflusst die Persistenz und Stabilität von Populationen und die Zusammensetzung von Pflanzengemeinschaften. Seit einigen Jahren werden zunehmend Methoden basierend auf funktionellen Merkmalen verwendet, um zu einem mechanistischen Verständnis von Prozessen des „community assembly“ und ihrer Beziehung zu Ökosystemfunktionen zu gelangen. In den meisten Fällen basieren diese Analysen auf Merkmalen, die an adulten Pflanzen gemessen wurden. Dagegen werden funktionelle Merkmale von Samen und Keimlingen bisher wenig betrachtet.

Dieses Projekt hat daher zum Ziel die Merkmale von Samen und Keimlingen für eine Vielzahl von Pflanzenarten der Grasländer der Exploratorien charakterisieren.
(1)  Wir werden für die Pflanzenarten, die in den 150 experimentellen Grasland-Plots der Exploratorien vorkommen, morphologische und chemische Merkmale der Samen analysieren und Merkmale der Keimung und Keimlinge in einem „common garden experiment“ unter standardisierten Bedingungen untersuchen.

(2)  In einem zweiten „common garden experiment“ werden wir die Auswirkungen von Umweltfaktoren, welche mit der Nutzungsintensität variieren, d.h. Vorkommen einer Streuauflage und Düngung, auf die Keimung und Keimlingsmerkmale untersuchen. Hier werden die Grünlandarten verwendet, die auch im Einsaatexperiment des neuen Grasland-Landnutzungs-Experiment ausgesät wurden.

(3)  Wir werden die Diversität und Dichte der Diasporenbank im Oberboden für die Standorte des neuen Grasland-Landnutzungs-Experimentes untersuchen. Damit sollen die kurzfristigen Effekte der experimentellen Reduktion der Landnutzungsintensität auf diese Variablen des „demographischen Speichers“ quantifiziert werden, um damit beizutragen, die Veränderungen in der Diversität und Artenzusammensetzung der Grasländer bei Landnutzungsänderung zu verstehen.

Schließlich möchten wir die funktionellen Merkmale der Samen und Keimlinge in Kombination mit anderen Daten aus den Exploratorien nutzen, um zu überprüfen, in welchem Bezug das Vorkommen und die Abundanz von Pflanzenarten in Grasländer unterschiedlicher Landnutzungsintensität zu den Merkmalen der Samen und Keimlinge steht.

Vergangene Projektbeteiligung von PD Dr. Christiane Roscher: ForbAge

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