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Sperlingsvögel werden stark von der Intensität der Landnutzung beeinflusst, insbesondere durch Habitatverlust und verringerte Nahrungsverfügbarkeit. Insbesondere die Verfügbarkeit und Qualität von Arthropoden als Beute stellen wahrscheinlich zentrale Determinanten für den Konditionszustand von Vögeln und ihren Bruterfolg dar. Entlang von Landnutzungsgradienten kann die Variation der Ressourcenverfügbarkeit dazu führen, dass Vögel ihre Nahrungssuchstrategien anpassen, was sich auf die Effizienz der elterlichen Fütterung und letztlich auf den Reproduktionserfolg auswirkt, wie es die Food-Limitation-Hypothese vorhersagt.
Die Verfügbarkeit und Qualität von Beute können zudem die vokale Aktivität beeinflussen. In nahrungsarmen Umgebungen stehen Individuen möglicherweise vor einem Trade-off zwischen der Zeit, die sie für die Nahrungssuche aufwenden, und der Zeit, die sie in Gesang investieren. Diese Trade-offs variieren wahrscheinlich im Zeitverlauf, da Vögel ihr Verhalten an ihre energetischen Anforderungen anpassen. Da die vokale Aktivität eine zentrale Rolle bei der Partnerwahl und der Revierverteidigung spielt, wird sie häufig als ehrliches Signal des individuellen Zustands interpretiert, da sich nur Individuen in guter Kondition anhaltenden Gesang leisten können.

CHIRPS zielt darauf ab zu untersuchen, wie die Intensität der Landnutzung und die Verfügbarkeit von Beute gemeinsam die vokale Aktivität von Vogelgemeinschaften sowie den Bruterfolg einer Fokusart, der Kohlmeise (Parus major), beeinflussen. Das Projekt prüft, ob vokale Aktivität und Reproduktionserfolg miteinander verknüpft sind, weil sie durch gemeinsame Umweltfaktoren bestimmt werden, und ob sich der Bruterfolg von P. major anhand der vokalen Aktivität und akustischer Merkmale vorhersagen lässt.


Wir stellen folgende Hypothesen auf:

  • 1. Eine höhere Landnutzungsintensität reduziert die Verfügbarkeit und Qualität von Arthropodenbeute für Vögel.
  • 2. Die vokale Aktivität und akustische Merkmale von Vögeln variieren im Zeitverlauf in Abhängigkeit von Landnutzungsintensität und Beuteverfügbarkeit.
  • 3. Eine höhere Landnutzungsintensität und reduzierte Arthropodenressourcen verringern den Bruterfolg von P. major.
  • 4. Die Wahrscheinlichkeit eines hohen Bruterfolgs bei P. major lässt sich anhand der vokalen Aktivität und akustischer Merkmale vorhersagen.

Das Projekt kombiniert Freilandexperimente mit bestehenden Datensätzen aus den Biodiversitäts-Exploratorien, einschließlich Arthropodenerhebungen aus dem Kernprojekt sowie akustischen Aufnahmen aus BEsound. Analysen der vokalen Aktivität entlang von Landnutzungs- und Ressourcengradienten werden auf Grundlage dieser bestehenden Datensätze aus Wald- und Grünlandplots durchgeführt. Ein Nahrungssupplementierungsexperiment wird an Kohlmeisen (Parus major) in Wald-MIPs durchgeführt, unter Verwendung von Nistkästen, die mit Kameras und Fütterungsstationen ausgestattet sind. Die Verfügbarkeit von Arthropoden wird an Bäumen in der Nähe der Nistkästen erfasst, und die vokale Aktivität der Vögel wird mithilfe autonomer akustischer Rekorder überwacht.

Diese Daten werden integriert, um Zusammenhänge zwischen Beuteverfügbarkeit, elterlichem Fütterungsverhalten, vokaler Aktivität und Bruterfolg entlang eines Landnutzungsgradienten zu untersuchen.


Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen

Dr. Laura Schillé
Projektleiterin
Dr. Laura Schillé
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
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