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Im Zentrum unserer Arbeit für einen kontinuierlichen und bilateralen Wissenstransfer speziell für den Wald und seine Akteur:innen aus Naturschutz und Forstwirtschaft steht das „Wissenstransferprojekt“ (engl. KnowledgeTransferProject). Es wurde 2017 von Wissenschaftler:innen der Universität Göttingen und Anwendungspartnern aus Forstwirtschaft und Waldnaturschutz ins Leben gerufen. In der ersten Projektphase (Transfer 1.0; April 2017 – März 2020) standen die Evaluierung des bisherigen Wissenstransfers, die interaktive Zusammenstellung offener praxis-relevanter Fragen für die Biodiversitätsforschung und die Analyse des Zusammenhangs zwischen Waldbewirtschaftung und biologischer Vielfalt auf unterschiedlichen räumlichen Skalen im Mittelpunkt. Die Aktivitäten der laufenden Phase des Projektes (Transfer 2.0; April 2020 – März 2023) bauen auf den Ergebnissen der ersten Phase auf und haben drei Arbeitsschwerpunkte:

  • Initiierung und Umsetzung praxis-relevanter, transdisziplinärer Forschungsprojekte,
  • Identifikation der auf lokaler bis regionaler Ebene wichtigsten Triebkräfte für die Biodiversität im Wald,
  • Etablierung eines kontinuierlichen, bilateralen Wissenstransfers, der die Biodiversitätsforschung zum Schutz der Biodiversität wirksam werden läßt.
Abbildung: Das Schaubild zeigt die Übersicht der Arbeitspakete im Wissens-Transfer-Projekt 2 Punkt Null und ihre Vernetzung. Das Bild enthält vier übereinander angeordnete grafische Formen. Die erste Form ganz oben ist eine Ellipse mit dem Titel Biodiversitäts-Exploratorien Daten und Ergebnisse. Die zweite Form darunter ist ein Kasten mit dem Titel Transfer eins Punkt null, zentrale Ergebnisse. Der Kasten enthält drei Elemente. Erstens praxis-relevante Fragen, zweitens Diversität der Bewirtschaftung ist eine Haupttriebkraft der Biodiversität im Wald, und drittens Effektive Kommunikationswege. Die dritte Form darunter ist ein Kasten mit dem Titel Transfer zwei Punkt null. Er enthält drei Elemente. Erstens Arbeitspaket 1 transdisziplinäre Forschungs-Projekte, zweitens Arbeitspaket 2 Analyse der wichtigsten Triebkräfte für die Biodiversität im Wald, und drittens Arbeitspaket 3 effektiver bilateraler Wissens-Transfer. Die vierte Form ganz unten ist eine Ellipse mit dem Titel Eigentümer, Forst und Naturschutz. Von der oberen Ellipse mit dem Titel Biodiversitäts-Exploratorien Daten und Ergebnisse führen Pfeile nach unten zu den Arbeitspaketen in den Kästen Transfer eins Punkt null und Transfer zwei Punkt null. Von den Arbeitspaketen im Kasten Transfer zwei Punkt null führen Pfeile nach unten zu der Ellipse mit dem Titel Eigentümer, Forst und Naturschutz. Diese Pfeile zeigen Spitzen in beide Richtungen, um eine Wechselwirkung darzustellen.
Übersicht der Arbeitspakete (WP: engl. Workpackage) im Wissenstransferprojekt 2.0 und ihre Vernetzung mit den Ergebnissen der vorhergehenden Projektphase und dem zentralen Ziel eines kontinuierlichen, bilateralen Wissenstransfers zwischen den Biodiversitäts-Exploratorien und der Praxis von Forstwirtschaft und Naturschutz. (BEO: Koordinationsbüro, LMT: Lokales Management-Team, BExIS: Team des zentralen Datenmanagements)

Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Arbeitspakete finden Sie unter der aktuellen Projektbeschreibung „Wissenstransfer 2.0“.

Forschungspartner:innen

Zum Team des Wissenstransferprojektes gehören Wissenschaftler:innen der Universität Göttingen und Anwendungspartner aus Forstwirtschaft und Waldnaturschutz der drei Exploratorien-Regionen Hainich-Dün, Schwäbische Alb und Schorfheide-Chorin. Es arbeitet eng mit den lokalen Management-Teams (LMTs), dem zentralen Koordinationsbüro (BEO) und dem zentralen Datenmanagement-Team zusammen.

Dr. Steffi Heinrichs
Dr. Steffi Heinrichs

Zentrale Ansprechpartnerin des Wissenstransferprojektes

Biologin, Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen, Universität Göttingen

Telefon-Nr. 0551 395974

steffi.heinrichs@forst.uni-goettingen.de

Dr. Martina Mund
Dr. Martina Mund

Biologin & Forstwissenschaftlerin, Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen, Universität Göttingen

martina.mund@forst.uni-goettingen.de

Dr. Peter Schall
Dr. Peter Schall

Landschaftsökologe & Forstwissenschaftler, Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen, Universität Göttingen

peter.schall@forst.uni-goettingen.de

Prof. Dr. Christian Ammer
Prof. Dr. Christian Ammer

Forstwissenschaftler, Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen, Universität Göttingen

christian.ammer@forst.uni-goettingen.de

Anwendungspartner

Dr. Jan Engel
Dr. Jan Engel

Landesbetrieb Forst Brandenburg

Jan.Engel@lfb.Brandenburg.de

Dr. Martin Flade
Dr. Martin Flade

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

martin.flade@lfu.brandenburg.de

Dr. Benjamin Herold
Dr. Benjamin Herold

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

benjamin.herold@lfu.brandenburg.de

Dirk Fritzlar
Dirk Fritzlar

Thüringer Forstamt Hainich-Werratal

Dirk.Fritzlar@forst.thueringen.de

Manfred Großmann
Manfred Großmann

Nationalparkverwaltung Hainich

Manfred.Grossmann@NNL.thueringen.de

Andreas Henkel
Andreas Henkel

Nationalparkverwaltung Hainich

Andreas.Henkel@NNL.thueringen.de

Elger Kohlstedt
Elger Kohlstedt

Thüringer Forstamt Leinefelde

Elger.Kohlstedt@forst.thueringen.de

Achim Otto
Achim Otto

Thüringer Forstamt Heiligenstadt

Achim.Otto@forst.thueringen.de

Ingolf Profft
Ingolf Profft

Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha

Ingolf.Profft@forst.thueringen.de

Jörg Willner
Jörg Willner

Fachdienst Forst und Landschaftspflege, Stadtverwaltung Mühlhausen

Joerg.Willner@muehlhausen.de

Dr. Volker Häring
Dr. Volker Häring

Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Volker.Haering@rpt.bwl.de

Niels Drobny (vormals vertreten durch Matthias Kiess)
Niels Drobny (vormals vertreten durch Matthias Kiess)

Kreisforstamt Reutlingen

forstamt@kreis-reutlingen.de


Im Folgenden möchten wir Ihnen unsere Aktivitäten und wichtigsten Ergebnisse zur Evaluierung und Verbesserung des Wissenstransfers in der ersten Projektphase vorstellen.

Unsere zentralen Fragen

  • Wie wird der bisherige Wissenstransfer aus den Biodiversitäts-Exploratorien in die Praxis von Naturschutz und Forstwirtschaft bewertet?
  • Wie lässt sich der Wissenstransfer verbesseren?
  • Welche Fragen sollten aus Sicht der Praxis in der Biodiversitätsforschung dringend bearbeitet werden?

Methoden

  • Im Frühjahr 2018 wurde eine anonyme Umfrage unter den Wissenschaftler:innen der Biodiversitäts-Exploratorien und den regionalen Akteur:innen von Forstwirtschaft und Waldnaturschutz der drei Exploratorien-Regionen Hainich-Dün, Schorfheide-Chorin und Schwäbische Alb durchgeführt.
  • Zu den befragten Akteuren:innen gehörten alle Personen, die direkten oder indirekten Einfluss auf Bewirtschaftungsentscheidungen im Wald haben (Entscheidungsträger:innen) wie z.B. Waldeigentümer:innen, Revier- und Forstamtsleiter:innen, Mitarbeiter:innen der Schutzgebiete und Naturschutzbehörden sowie Repräsentant:innen von Nichtregierungsorganisationen.
  • Schwerpunkte der Umfrage waren: Analyse und Verbesserung des bisherigen Transfers und Identifikation offener, praxisrelevanter Fragen für die Biodiversitätsforschung. (Download Fragebogen Akteur:innen, Fragebogen Wissenschaftler:innen)
  • Es wurden insgesamt 736 Fragebögen an die regionalen Akteur:innen und 174 Fragebögen an die Wissenschaftler:innen verteilt. Der Rücklauf betrug bei den Akteur:innen rd. 22% (165 gültige Antworten) und bei den den Wissenschaftler:innen rd. 30% (52 gültige Antworten).
  • Auf Basis der Umfrage wurden Interviews mit Akteur:innen der drei Exploratorien-Regionen durchgeführt (Dezember 2018-Februar 2019). 59 Umfrageteilnehmer:innen aus der Praxis stimmten einem Folgeinterview zu, 36 Personen wurden bislang befragt.
  • Schwerpunkte der Interviews waren: Priorisierung von Medien und Kommunikationswegen, Rolle von Biodiversitätsschutz und Forschung im Alltag. (Download Interviewfragen)
  • Aus der Umfrage und den Interviews erhielten wir viele Anregungen zur Verbesserung des (beidseitigen) Wissenstransfer sowie zahlreiche praxisrelevante Fragen, die in zukünftigen Forschungsprojekten aufgegriffen werden sollten. Diese wurden in zwei Workshops (März 2018, Februar 2019) mit Akteur:innen diskutiert und konkretisiert.

Ergebnisse I

„Da ist noch viel Luft nach oben“

  • Die befragten Akteur:innen haben großes Interesse an dem Thema „Biodiversität“  (Abbildung 1), aber nur 58 % kannten die Biodiversitäts-Exploratorien.
  • Rund 60 % der Akteur:innen, die die Exploratorien kennen, bewerteten den bisherigen Transfer als mangelhaft oder als nicht erfolgt (Abbildung 2). Die Antworten der Wissenschaftler:innen ergaben ein ähnliches Ergebnis.
  • Die meisten Akteur:innen haben über ihre berufliche Tätigkeit von den Biodiversitäts-Exploratorien erfahren, gefolgt von persönlichen Gesprächen mit den Wissenschaftler:innen, lokalen Informationsveranstaltungen, gedruckten Informationsmaterialien und dem zuständigen Forstamt.
  • Als Haupthemmnisse für einen erfolgreichen Transfer nannten beide Gruppen eine fehlende Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis (52 % der Praktiker:innen und 72 % der Wissenschaftler:innen) und eine unzureichende Vermittlung von Ergebnissen in die Praxis (54 % und 56 %). Auch eigene Rahmenbedingungen in der Praxis (z.B. verwaltungsrechtlich) und Wissenschaft (z.B. Zeitverträge) wurden als einschränkende Kriterien genannt (Tabelle 1 und 2).
Abbildung: Das Diagramm zeigt Umfrage-Ergebnisse unter Akteurinnen und Akteuren zum persönlichen Interesse am Thema Biodiversität.
Abbildung 1
Abbildung: Das Diagramm zeigt Umfrage-Resultate zur Bewertung des Transfers von wissenschaftlichen Ergebnissen der Biodiversitäts-Exploratorien zu regionalen Akteurinnen und Akteuren.
Abbildung 2
Abbildung: Die Tabelle zeigt Umfrage-Ergebnisse unter Akteurinnen und Akteuren zu Umständen, die den Transfer oder die Anwendung von Ergebnissen der Biodiversitäts-Exploratorien in der Praxis erschweren.
Tabelle 1
Abbildung: Die Tabelle zeigt Umfrage-Ergebnisse unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu Umständen, die den Transfer oder die Anwendung von Ergebnissen der Biodiversitäts-Exploratorien in der Praxis erschweren.
Tabelle 2

Ergebnisse II

„Stetig, kurz, verständlich, persönlich & leicht verfügbar“

Zur Verbesserung des Wissenstransfers wurden seitens der Akteur:innen vor allem folgende Vorschläge bzw. Wünsche geäußert:

  • Stetigkeit der Information
  • kurze Informationen in klarer und verständlicher Sprache
  • mehr direkte, persönliche Kommunikation zwischen Wissenschaftler:innen und den regionalen Akteur:innen.  [wörtliches Zitat aus Interview ergänzen]
  • Informationsveranstaltungen und Exkursionen vor Ort. Sie sollen der Vermittlung und Erläuterung der Forschungsergebnisse dienen und die Möglichkeit zu persönlichen Kontakten, Rückfragen und Diskussion bieten.
  • Internetseite, auf der kurz und prägnant und in allgemein verständlicher Sprache die praxisrelevanten Ergebnisse der Biodiversitäts-Exploratorien vorgestellt werden. Als Vorteile einer Internetseite gegenüber Printmedien wurden u.a. genannt: (a) Internet ist jederzeit verfügbar und damit spontan nutzbar, wenn man Zeit hat, (b) Internet ist aktueller als Printmedien. Jüngere Akteur:innen würden auch eine interaktive Kommunikationsplattform zum Informations- und Ideenaustausch nutzen.
  • Elektronischer Newsletter, der schlagwortartig auf neue Forschungsergebnisse hinweist, die auf der Internetseite des Transferprojektes ausführlich dargestellt werden.
  • Publikationen in deutschsprachigen praxisnahen Fachzeitschriften
  • direkter Informationsaustausch über E-Mails und im Rahmen von Workshops.  Auf diesen Wegen können insbesondere Erfahrungen und aktuelle Fragen der Praxis unmittelbar in die Wissenschaft eingebracht werden.
  • Informationsaustausch über Multiplikatoren in Behörden und Verbänden

Die Erwartungen der Praxis an die Biodiversitäts-Exploratorien, die in den Interviews und Workshops geäußerst wurden, lassen sich in folgendem Satz zusammenfassen: Bereitstellung von Ergebnissen, die in einer multifunktionalen Forstwirtschaft bei Zielkonflikten eine Entscheidungshilfe sein können!

Weitere Ergebnisse der Umfrage und Interviews finden Sie hier: Vortragsfolien „Wald-Tag Hainich 2018“ & „WorldCafe 2019“, Datenbank BExIS.

Ergebnisse III

„49 Fragen an die Biodiversitätsforschung“

Auf Grundlage der Umfrage, den Interviews und Workshops wurden 49 Forschungsfragen ermittelt, die aus Sicht der Praxis dringend bearbeitet werden sollten. Die Fragen können drei Schwerpunktthemen zugeordnet werden:

I. Bewirtschaftungseffekte auf die Biodiversität

  • Auswirkung verschiedener Bewirtschaftungsregime inklusive der Nicht-Bewirtschaftung
  • Einfluss von Alt- und Habitatbäumen

II. Biodiversität und Klimawandel

III. Sozio-ökologische Bewertung der Biodiversität sowie Aspekte der Erfolgskontrolle durchgeführter Maßnahmen zum Biodiversitätsschutz

Die Fragen wurden ins Englische übersetzt und den Wissenschaftler:innen der Biodiversitäts-Exploratorien und weiteren potentiellen Antragsteller:innen für neue Projekte innerhalb der Exploratorien zur Verfügung gestellt. (Fragenliste (englisch))

Weitere, kurzgefasste Ergebnisse des Wissenstransferprojektes („Praxisbezogene Auswertungen von Daten der Biodiversitäts-Exploratorien“) sind unter der Projekbeschreibung „Wissenstransfer 2.0“ und der Rubrik „Kurzgefasst“ zu finden.


Das Transferprojekt konzentrierte sich in den letzten Jahren auf den Wissenstransfer zwischen den Biodiversitäts-Exploratorien und der forslichen und naturschutzfachlichen Praxis im Wald. In Zukunft soll aber auch die landwirtschaftliche Praxis stärker berücksichtigt werden. Alle wichtigen Informationen dazu werden Sie in Zukunft hier finden.

Ergebnisse aus dem Grünland finden Sie bereits jetzt auf der Seite „Häufig gestellte Fragen“ und zusammengefasst unter der Kategorie „Kurzgefasst“.

Das Angebot wird regelmäßig um neue Kurzfassungen erweitert, so dass es sich lohnt, immer mal wieder nach Neuigkeiten zu schauen.

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