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Pflanzen werden in der Regel von einer Vielzahl herbivorer Insekten aus unterschiedlichen taxonomischen Gruppen besiedelt. Abhängig vom Spezialisierungsgrad der einzelnen Insektenarten gibt es Unterschiede im mittleren Spezialisierungsgrad der Insektenfaunen verschiedener Pflanzenarten. Daraus ergeben sie eine ganze Reihe von Fragen: Weshalb sind die Insektenfaunen verschiedener Pflanzen unterschiedlich stark spezialisiert? Wie lassen sich Unterschiede in der Spezialisierung im Vergleich von verschiedenerer Pflanzengemeinschaften erklären? Welche Auswirkungen ergeben sich daraus für die lokalen Lebensgemeinschaften? Wird der Spezialisierungsgrad herbivorer Insektenfaunen durch Landnutzung beeinflusst?


(i)    Nimmt die mittlere Wirtpflanzen-Spezialisierung von Herbivoren Insektengemeinschaften mit zunehmender Landnutzung ab? Verändern sich die Strukturen der Pflanzen-Herbivoren Netzwerke bei unterschiedlicher Landnutzung?

(ii)    Welchen Einfluss haben Veränderungen der Wirtpflanzen-Spezialisierung auf die phylogenetische Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaften?

(iii)    Wie verändert sich bei unterschiedlicher Landnutzung die Strukturierung von Herbivoren-Pflanzen Netzwerken im Vergleich zu Bestäuber-Netzwerken?


Unsere Studie greift auf Biodiversitätsdaten der 150 Grünlandflächen zurück, die von den Zentralprojekten Botanik und Arthropoden bereitgestellt werden (BExIS-Datenbank). Aufbauend auf Kenntnissen der Wirtspflanzenbindung von herbivoren Insekten soll zunächst für möglichst viele herbivore Insektentaxa die bisher auf den experimentellen Untersuchungsflächen (EP) nachgewiesen wurden unter Berücksichtigung der Wirtspflanzenphylogenie ein phylogenetisch korrigierter Spezialisierungsgrad ermittelt werden. Darüber hinaus sollen für den Vergleich mit bereits vorhandenen Bestäuber-Netzwerken die Netzwerkstrukturen der Herbivoren-Pflanzen Interaktionen ermittelt werden. Für alle berücksichtigten Herbivoren und ausgewählte Gruppen von bestäubenden Insekten sollen zudem basierend auf bereits bekannten phylogenetischen Zusammenhängen, ergänzt mit neuen Sequenzanalysen, Phylogenien erstellt werden.


Doc
Egorov E. (2015): Community phylogenetics and invertebrate herbivory in managed grasslands. Dissertation, University Marburg
Mehr Informationen:  doi.org
Doc
Egorov E., Gossner M. M., Meyer S. T., Weisser W. W., Brändle M. (2017): Does plant phylogenetic diversity increase invertebrate herbivory in managed grasslands? Basic and Applied Ecology 20, 40–50. doi: 10.1016/j.baae.2017.03.004
Mehr Informationen:  doi.org
Doc
Verringert die Intensivierung der Landnutzung die phylogenetische Vielfalt von Pflanzen auf Grünlandflächen?
Egorov E., Prati D., Durka W., Michalski S., Fischer M., Schmitt B., Blaser S., Brändle M. (2014): Does Land-Use Intensification Decrease Plant Phylogenetic Diversity in Local Grasslands? PLoS ONE 9 (7), e103252. doi: 10.1371/journal.pone.0103252
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Doc
Effects of biogeography, specialization and resource availability on the distribution-abundance relationship of phytophagous insects in managed grasslands
Friess N. (2013): Effects of biogeography, specialization and resource availability on the distribution-abundance relationship of phytophagous insects in managed grasslands. Bachelor thesis, University Marburg
Doc
Friess N., Gossner M. M., Weisser W. W., Brandl R., Brändle M. (2017): Habitat availability drives the distribution–abundance relationship in phytophagous true bugs in managed grasslands. Ecology 98 (10), 2561–2573. doi: 10.1002/ecy.1947
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Projekt in anderen Förderperioden

Wissenschaftliche Mitarbeiter:innen

Dr. Martin Braendle
Projektleiter
Dr. Martin Braendle
Eugen Egorov
Mitarbeiter
Eugen Egorov
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