Die Komposition der Klanglandschaften in Relation zu Habitat und Landschaftsstruktur – Auswirkungen auf die räumlich-zeitliche Dynamik und ihre Bedeutung als kulturelle Ökosystemleistung
Klanglandschaften sind ein wichtiger Bestandteil des natürlichen und kulturellen Erbes. Sie bieten Inspiration, Entspannung und Erholungswert. Bislang hat sich das Management akustischer Umgebungen aufgrund der erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen weitgehend auf die Reduzierung der Lärmbelastung konzentriert. Es gibt jedoch zunehmend Belege dafür, dass vielfältige und reichhaltige Klanglandschaften – insbesondere solche, die natürliche Geräusche wie Vogelgesang, Wind, Regen und Wellen beinhalten – zusätzliche gesundheitliche Vorteile bieten, die über die bloße Stille hinausgehen, insbesondere für Kinder. Dennoch sind die Auswirkungen von Landnutzungs- und Biodiversitätsveränderungen auf regionale Klanglandschaften und die lokale Verbundenheit nach wie vor kaum erforscht, ebenso wie kulturelle Unterschiede in der Wahrnehmung von Klanglandschaften.
ECHOEScapes zielt durch die Integration natur- und sozialwissenschaftlicher Perspektiven darauf ab, die Wahrnehmung akustischer Umgebungen durch die lokale Bevölkerung zu verstehen und zu untersuchen, inwiefern diese mit objektiv gemessenen Indikatoren für die Klanglandschaftsqualität und den ästhetischen Wert übereinstimmt.
Zu den erwarteten Ergebnissen gehören:
- Identifizierung wichtiger umweltbezogener Prädiktoren für die ästhetischen Werte von Klanglandschaften.
- Raum-zeitliche Karten der Klanglandschaftsqualität, die Hotspots für die Naturschutzplanung identifizieren.
- Syntheseanalyse der Einflussfaktoren auf Klanglandschaften in verschiedenen europäischen Kontexten.
- Ein verbessertes Verständnis der öffentlichen Wahrnehmung von Klanglandschaften als Naturerbe.
Darüber hinaus werden verbesserte Indikatoren zur Quantifizierung des ästhetischen Werts von Klanglandschaften aus der Perspektive der Ökosystemleistungen bereitgestellt, die für andere sozioökologische und biodiversitäts- und gesundheitsbezogene Forschungsarbeiten genutzt werden können. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Zielen zielt die Studie darauf ab, das Verständnis für das komplexe Zusammenspiel zwischen Landnutzung, Biodiversität und kulturellen Ökosystemleistungen zu vertiefen.
Die Studie verfolgt einen vielschichtigen Ansatz, der sich auf drei Arbeitspakete verteilt.
- Akustische Daten aus dem BEsound-Projekt werden mithilfe KI basierter Lernverfahren analysiert, um Soundereignisse (Biophonie, Geophonie und Anthropophonie) zu klassifizieren sowie Eigenschaften von Klanglandschaften wie Natürlichkeit, Vielfalt und Einzigartigkeit zu quantifizieren.
- Räumliche und zeitliche Modelle verknüpfen diese Muster der Klanglandschaft mit Umweltfaktoren, darunter die Intensität der Landnutzung, die Landschaftszusammensetzung, die Hangneigung und die Nähe zu menschlicher Infrastruktur. Eine europaweite Synthese wird die Übertragbarkeit dieser Zusammenhänge auf französische und finnische Landschaften bewerten.
- Aktivitäten zur Einbindung der Bevölkerung – darunter Fragebögen, Soundwalks und eine Citizen-Science-Initiative – werden die lokale Wahrnehmung regionaler Klanglandschaften und deren kulturellen Wert untersuchen.